26.09.2026 Acireale – Catania

Der Himmel war bewölkt und es sah nach Regen aus, so dass ich den Ausflug nach Syrakus verschob.

Außerdem musste ich mich um die Weiterreise kümmern. Ich musste die ausgefallene Fährverbindung von Genua nach Barcelona ersetzen. Leider gibt es keine Möglichkeit, zu meinen Terminen mit dem Schiff nach Spanien zu fahren.

Mein Interrail-Pass berechtigt mich, an 10 Reisetagen in einem Zeitraum von zwei Monaten so viel Strecke zu machen, wie innerhalb von ca. 15 Stunden möglich ist. Wenn alles gut läuft, kann man die Strecke von ca. 900 km innerhalb von 24 Stunden mit Zügen zurücklegen. Aber wer möchte schon so lange im Zug sitzen? Auch wenn es viel bequemer ist, als so lange in einem Flugzeug eingepfercht sitzen zu müssen.

Mein Glück im Unglück ist in diesem Fall der Fehler der KI, die in dem von ihr erstellten Kalendarium einen Tag unterschlagen hat. Wie so etwas Simples wie das lineare Fortführen eines Kalenders passieren kann, ist mir unverständlich. Aber es ist passiert. Der unterschlagene Tag kommt mir jetzt als zusätzlicher Reisetag tatsächlich gelegen.

Die Bahnstrecke zwischen Genua und Nizza wird repariert, was Verspätungen und verpasste Zugverbindungen und damit eine längere Reise erwarten lässt. Ich buchte deshalb für den Streckenabschnitt Genua nach Marseille zwei Plätze im Flixbus. Der zweite Platz ist nur ein kleiner Luxus, der die Fahrt aber deutlich bequemer macht.

So bleiben mir eineinhalb Tage in Marseille, wo ich bisher nur ein einziges Mal gewesen bin. 1978 war ich neunzehnjährig mit dem Zug von Flensburg nach Marseille gefahren. Damals war ich ohne Aufenthalt gleich auf eine Fähre nach Algier gegangen, um von dort aus meine Rundreise mit Überlandbussen anzutreten: zuerst 2.000 km entlang der algerischen Küste von Tlemcen bis Annaba, dann von Algier aus ca. 2.800 km nach Süden in die Sahara bis In Salah und zurück über Ghardaïa, Biskra, Batna und das Aurès-Massiv. Am Ende der Reise hatte ich fast 10.000 km hinter mir. Meine Französischkenntnisse beschränkten sich auf: Je suis Thorsten.

Von Marseille selbst habe ich damals nichts gesehen. Umso mehr freue ich mich jetzt auf die ungeplante Gelegenheit, mir wenigstens einen kleinen Eindruck von der Stadt zu verschaffen.

Von Marseille aus kann ich mit dem TGV bequem und schnell nach Barcelona fahren, wo ich mich schon auf die erneute Besichtigung der Sagrada Família von Gaudí freue.

Am frühen Nachmittag hatte Erika für uns ein leckeres vegetarisches Mittagessen gekocht. Wir fuhren zum Aperitivo nach Catania. Von unserem Platz vor der Bar konnten wir die Hochzeitsgesellschaft vor der Kirche und die Passanten auf der Via Etna beobachten. Von irgendwoher tönte der Gesang eines Straßenmusikers zu uns. Später hörten wir eine Weile einem begabten Violinisten zu, bevor ich Erika nach Hause brachte.

Schon auf der Algerien-Reise war der Vollmond mein treuer Begleiter. Wie auf allen anderen.

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