Zwei blaue Haken

Blauer Himmel, in den sich die Wipfel goldblättriger Pappeln strecken, buntes Laub zwischen den Steinen, die Namen tragen. Eine Glocke ruft. Die Trauer wird in Taschentücher gedrückt, verlegene Blicke unter tränennassen Wimpern. Blumen rahmen ein Foto ein. Ein Gesicht, das ich im Laufe von vierzig Jahren habe älter werden sehen.

Es ist das Bild meines Freundes. Sechsundzwanzig Jahre haben wir zusammen gearbeitet. Mit der Zeit war daraus eine brüderliche Verbundenheit geworden.

Ich schätzte an Dir Deine neidlose Teilnahme an meinem Glück.

Erde zu Erde. Dein Licht ist jetzt im Universum unterwegs. Vielleicht tröstet mich der Vollmond über der Küste von Acireale, die auch Du kanntest.

Nun muss ich Abschied nehmen von einem Teil meines Lebens. Aber nicht von den Erinnerungen. Wie sollte das gehen? Die Antwort wird die Zeit mit sich bringen.

Die Erinnerung bleibt stehen wie die WhatsApp-Nachricht, die ich Dir an dem Morgen schickte, als Du aufgehört hast zu leben. Ich frühstückte fürstlich im Salon bleu des Pariser Gare de Lyon, so wie es Dir gefallen hätte. Die beiden blauen Haken fehlen noch immer. Daran wird sich nichts mehr ändern.

Und dann noch die Frage, wann mein Foto dort steht …

In Hamburg sagt man Tschüs.


Tschüs, mein Freund.

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