Hallo Vollmond, mein alter Freund!


Zweimal sah ich Dich aus einer südlichen Perspektive. Beide Male warst Du rund. Aber Dein Gesicht war anders zur Welt gedreht als zu Hause. Es sah so aus, als schweife Dein Blick über die Alltagswelt hinaus.

Auch ich war unterwegs ein anderer. Allzu schnell holt mich der Alltag mit seinen Routinen wieder ein. Die Leichtigkeit des Reisens weicht langsam der Seriosität. Oder müsste es nicht besser „Serialität“ heißen?

Es beginnt eine lange Reihe von Tagen mit der immer gleichen Abfolge des Bekannten.

Ich will und kann nicht ausharren wie die Tulpenzwiebeln im Beet, die geduldig auf den Frühling warten.

Die einzige Medizin gegen diese Stimmung liegt auf dem Schreibtisch. Es ist die Zusage für eine Koje von Oslo nach Flensburg. Begeistert läuft die Phantasie voraus und plant die nächste Reise. Diese Energie wird mich über den Winter bringen.

Wir werden uns bis zur Abreise noch ein paar Mal wiedersehen.
Mach’s gut.

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