18.10.2026 Amsterdam

Regenschwere Wolken hingen über der Stadt. Auf den Straßen zeugten Pfützen von den starken Regenfällen der vergangenen Nacht. Die Temperatur lag im einstelligen Bereich. Neun Grad. Vielleicht sind das Bedingungen, die Marathonläufer freuen. Mich freuten sie nicht sonderlich, aber für die Jahreszeit lagen sie durchaus im Rahmen.

Auf dieser Reise hatte ich einen Temperaturunterschied von dreißig Grad erlebt. Ich zog die beiden dünnen Fleecejacken, einen Pullover und die leichte Regenjacke an, um nicht zu frieren. Die Marathonstrecke führte rund um die Altstadt mit ihren Grachten. Da ich außerhalb dieses Rings wohnte, ebenso wie mein Freund Wim, hatten wir uns bei ihm zu Hause verabredet. Auf dem Weg dorthin musste ich mehrere Straßensperrungen umgehen.

Bei Kilometer 35 kamen mir die ersten Läufer entgegen. Einer von ihnen würde das Rennen gewinnen. Einige Stunden später sah ich vermutlich auch den Läufer, der das Feld beschloss. Ich bewunderte seinen Willen, nicht aufzugeben, wenngleich ich den Abbruch aus medizinischer Sicht wohl für die vernünftigere Entscheidung gehalten hätte.

Im Studio von Wim besah ich mir seine neuesten Arbeiten. Wir hatten uns vor dreißig Jahren in New York kennengelernt, und seitdem verfolge ich seine Entwicklung als Künstler mit großer Freude. Es ist kaum zu glauben, dass man mit Pinsel und Farbe derart realistisch malen kann, dass das Ergebnis beinahe wie eine Fotografie wirkt. Doch anders als eine Kamera vermag er auch jenes Subtile auszudrücken, das ein Maler in seinem Modell erkennt. Das macht seine Bilder für mich so einzigartig. Bitte hier anklicken, wenn Ihr einen Blick in Wim Heldens Atelier werfen möchtet.

Am späten Nachmittag ging ich allein ins Wereld-Museum, das auf der zugänglichen Seite des Marathonparcours lag. Seit einigen Monaten trage ich mich mit dem Gedanken, eine Geschichte über die Disco-Ära zu schreiben. Das Brainstorming läuft schon länger, und deshalb sah ich es als ein ermutigendes Zeichen der Vorsehung an, dass dieses Museum gerade eine Ausstellung über die Disco zeigte.

Das Beste vorweg: Die Ausstellung war erst am 10. Oktober eröffnet worden und soll bis zum 22. August 2027 laufen. Sie hat mir großen Spaß gemacht, und ich lege sie jedem ans Herz, der demnächst nach Amsterdam kommt.

Die Babyboomer standen po-wackelnd vor den Ausstellungsstücken, und immer wieder hörte man in verschiedenen Sprachen: „Oh, weißt du noch?“

Ich bin mir sicher, dass es ein lohnendes Projekt wird, der Disco-Ära und meinen Erinnerungen an diese Zeit genauer nachzugehen.

Viele Erinnerungen wurden lebendig und begleiteten mich auf dem Weg zurück zu meiner Unterkunft.

Ähnliche Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben