18.09.2026 Stromboli – Vibo Marina

Einmal in der Woche heißt es auch auf der Florette: Klarschiff machen. Die Crew putzt zwar ständig, doch das Deck, das Wind und vor allem dem Salzwasser ausgesetzt ist, muss regelmäßig gründlich gereinigt werden. Dann packen alle mit an, und dank vieler Hände findet die Arbeit erfreulich schnell ein Ende.

Für den Weg zurück nach Vibo Marina, wo unser großartiger Törn begonnen hatte, waren sieben Stunden veranschlagt.

Eine schwere Gewitterfront kreuzte unsere geplante Route. In den Wetternachrichten hört man häufig von Gewitterfronten, doch dass sie sich so massiv und bedrohlich am Himmel zeigen können wie heute, war beeindruckend. Die Spitze des Stromboli war von dunklen Wolken verhüllt. Was für ein melodramatischer Abschied.

Ron leitete ein geschicktes Ausweichmanöver ein. Das war klug und beruhigend zugleich, denn aus den dunklen Wolken zuckten immer wieder mächtige Blitze. In etwa vier Kilometern Entfernung konnten wir sogar eine Wasserhose beobachten, einen Tornadowirbel aus Wasser, der sich zwischen Meer und Wolken auftürmte.

Tornados und Medicanes, also Hurrikans im Mittelmeer, treten in unserer Region inzwischen häufiger auf und erreichen oft eine größere Intensität. Das hängt mit der Erwärmung der Erde und insbesondere der Meere zusammen. 

Solche Wetterereignisse stellen für Schiffe eine erhebliche Gefahr dar, weil extreme Windböen, hoher Wellengang und plötzliche Richtungswechsel das Manövrieren erschweren oder sogar unmöglich machen können. An Land können sie schwere Schäden an Gebäuden, Häfen und Infrastruktur verursachen und dabei innerhalb kurzer Zeit ganze Küstenabschnitte verwüsten.

Wohlbehalten legten wir schließlich an der Pier von Vibo Marina an. Ron ist vor mehr als 40 Jahren auf der Florette geboren worden, die vorher seinen Eltern gehörte, deshalb fiel es ihm nicht schwer die Florette rückwärts einzuparken. Das bedeutete für uns aber, dass wir über das Heck an Land gehen mussten. Die Durchgänge hinter dem Steuerhaus sind sehr eng, und zudem liegen dort die Rettungsinseln sowie zahlreiche dicke Seile. Sofort machten wir uns Gedanken darüber, wie wir unser Gepäck am nächsten Morgen trocken an Land bringen könnten. Die Lösung dieses Problems verschoben wir jedoch auf den nächsten Tag.

Stattdessen gingen Henning, Wendelina, Jacqueline, Ken, Finlay, April und ich gemeinsam essen. In dem sehr hell, beinahe grell ausgeleuchteten und schlicht eingerichteten Lokal bestellte ich Spaghetti Carbonara al Tonno. Zu Hause werde ich versuchen, dieses überraschend gelungene Gericht nach zu kochen. Manchmal sind es gerade diese unscheinbaren Lokale, die noch immer eine traditionelle Küche anbieten, die ich so sehr vermisse.

Ron, Nicole und ihre Crew hatten sich bereits von uns verabschiedet. Am späten Abend verabschiedeten auch wir uns voneinander, denn einige wollten schon vor dem Frühstück aufbrechen, um ihre Flüge nach Hause rechtzeitig zu erreichen.

Ich bin sicher, dass alle, die auf dieser Tour dabei waren, schon bald wieder auf die Website der Florette schauen werden. Nach diesen Tagen an Bord dürfte bei manchem der Wunsch entstehen, noch einmal mitzufahren. Ich würde mich sehr freuen, alle wiederzusehen.

Der Florette, ihrer Besatzung und allen, die künftig mit ihr in See stechen, wünsche ich allzeit fair winds und eine Handbreit Wasser unter dem Kiel. Vielleicht kreuzen sich unsere Wege eines Tages wieder.

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