
Wir nutzen jede Gelegenheit, vom Schiff aus ins Wasser zu springen. Das ist für mich das beste Strandvergnügen. Man ist sofort im Wasser, ohne über Steine zu steigen, Kiesel zu laufen oder lange zu waten, bis man wenigstens bis zum Bauchnabel im Wasser steht. Und danach hat man keinen Sand an den Füßen, auch nicht nach dem Umziehen in der Unterhose.
Das Einsteigen in das Dingi geht immer leichter. Lucy ist immer die erste, die ins Boot springt, weil sie sich auf den Landgang freut. Tagsüber liegt sie meist irgendwo im Schatten, es sei denn, ihr ist nach Streicheln zumute. Dann holt sie sich, was sie braucht.

Mit einem Taxi für 12 Personen fuhren wir über die Insel. In den drei kleinen Siedlungen leben zusammen kaum mehr als 2.500 Menschen. In Lingua aßen wir bei Da Alfredo, dem „Geheimtipp“ von sämtlichen Reiseführern für Pane Cunzato, einem großen, gerösteten Brotfladen mit typischen Zutaten der Insel wie Kapern, Tomaten, Ricotta, Auberginen, Zwiebeln, Sardellen oder Thunfisch. Besonders bekannt ist die Variante „Salina“ mit Kapernpesto, Mandeln, gegrillten Auberginen. Dazu ein Glas Malvasia delle Lipari, hier auf der Insel angebaut. Der Wein schmeckte.

Auch auf der Rückfahrt genossen wir die wechselnden Blicke auf die Steilküste der Insel, und nach der Ankunft auf der Florette den Sprung ins Wasser.
Am Nachmittag war für geradezu artistische Unterhaltung gesorgt. Wer wollte, durfte in die Wanten steigen und wurde mit dem vorgeschriebenen Sicherheitsgeschirr ausgestattet. Damit war die erste Mutprobe schon geschafft. Das Klettern auf der Strickleiter ist bei einem leicht wankenden Schiff nämlich schwieriger, als auf einer Haushaltsleiter Gardinen aufzuhängen.

Zuerst wagten sich die jungen Frauen bis nach ganz oben. 26 m über dem Deck endet der Mast. Die jungen Männer folgten. Die Frauen feierten ihren Erfolg ungefähr 5 Minuten lang, einige Jungs erzählten von ihrem Abenteuer wohl noch eine halbe Stunde später.

Ich habe vor vielen Jahren auf dem russischen Segelschiff Kruzenshtern die erste Rah erklommen. Das reicht für ein ganzes Leben ;-)
Nach solchen Aufregungen war ein Bad im Meer unbedingt angezeigt.

Danach fuhren wir weiter in Richtung Vulcano.
Am Abend gab es wieder ein feines Essen. Es ist absolut erstaunlich, was die Küchenfee in der winzigen Küche leistet. Insgesamt bekocht sie ganz wunderbar 31 Personen.



PS: so gemütlich habe ich es, während ich diesen Bericht am Morgen kurz nach Sonnenaufgang schreibe
