10.09.2026 Tropea

Das Beste an diesem Ort ist wohl sein schöner Name. Tropea klingt exotisch, ist es aber nicht, sondern viel mehr kommerziell. Offenbar wird die Regel, dass Italiener im August Urlaub machen, von den kinderlosen Italienern im September gebrochen. Die Straßen sind voll wie die Mönckebergstraße kurz vor Weihnachten.

Angesichts der Hitze erinnere ich mich gern daran, dass ich heute vor einem Jahr am Hadrians Wall war, auf der Reise nach Aberdeen. Die Temperatur war für mich viel bekömmlicher.

Als die Ausflugsschiffe von ihrer Fahrt zum Stromboli zurückkehrten, ließen sie die Gäste vom Boot aus ins Wasser springen. Warum das allerdings mit dumpfer Techno-Musik passieren musste, die ohrenbetäubend laut und nervig bis zum Strand dröhnte, weiß ich nicht. Warum man den Genuss dieses nahezu einmaligen Naturspektakels nicht in aller Ruhe ausklingen lassen kann, bleibt mir ein Rätsel.

Ich flanierte durch die engen, schattigen Gassen. Dabei stieß ich immer wieder auf kleine Plätze, die so still dalagen, wie ich sie vom Frühjahr her kannte. Im recht schlichten Dom entdeckte ich die “Heiligen”, die gestern durch die Stadt getragen wurden.

Gegen 10 Uhr stieg ich vom Berg zum Strand hinunter und fand nahe dem Yachthafen eine kleine schattige Bucht mit feinem Sand und türkisblauem Wasser. Das Wasser war warm und das Bad kühlte mich nicht ab. Wie im Fieber ging ich im Schleichgang weiter, zum Hauptstrand, der sich auf der anderen Seite der kleinen Halbinsel mit der Kirche befand. Ich ging kein zweites Mal ins Wasser, weil der Strand zu voll war und die Sonne fast senkrecht am Himmel stand.

Auf den Felsen mit der Wallfahrtskirche Santa Maria dell’Isola stieg ich nicht hinauf. Später las ich, dass sich dort oben ein kleiner Garten und einer der schönsten Aussichtspunkte Kalabriens befinden. Wahrscheinlich habe ich weniger eine Kirche als vielmehr den Blick auf Tropea, die Strände und das Meer versäumt. An diesem heißen Tag erschien mir jedoch jeder zusätzliche Treppenabsatz wie eine unnötige Herausforderung.

Laut Google ist Tuff ein poröses, leichtes Gestein, das aus verfestigter vulkanischer Asche entsteht. Bei einem Ausbruch schleudert der Vulkan feinkörniges Material, Asche, Bimsstücke und kleinere Gesteinsbrocken in die Luft; lagert sich dieses Material ab und verfestigt sich im Lauf der Zeit, entsteht Tuff. Sichtbar sind hier gut 60 m. Wie viele Vulkanausbrüche mögen es gewesen sein, um diese Menge aufzutürmen.

Am Abend gab es kalabrische rote Zwiebeln mit Thunfischsteak und gebratene Leckereien. Den Nachtisch, eine Kugel Salzkaramell, hatte ich schon vorher gegessen.

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