15.04.2026 Monopoli – Ostuni – Monopoli

Ich machte mich auf den Weg zur La Città Bianca, nach Ostuni, die wegen ihrer weißgetünchten Häuser so genannt wird. Leider war es kein sonniger Tag, der die Häuser so richtig strahlen ließ. Aber mit etwas Phantasie konnte ich mir gut vorstellen, wie hübsch diese Stadt im Sonnenlicht aussieht. Der Ort liegt auf einem Hügel, demzufolge sind die Gassen steil und verwinkelt, voller Bögen und Treppen.

Die Kathedrale ist im gotisch-romanischen Stil mit einem großen Rosenfenster in der Fassade gebaut. Der Innenraum ist schlicht und hell und ganz und gar ohne barocke Putten, die ich nicht mehr sehen mag.

Ostuni wird von Touristen weniger heimgesucht als zum Beispiel Monopoli. Vielleicht wirkt sie deshalb „apulischer“ auf mich. In den Straßen der Altstadt gibt es noch Geschäfte, die den täglichen Bedarf decken und nicht nur „Schnickschnakshops“ für Touristen.

Von einer Terrasse aus kann man über die silbrig schimmernden Olivenhaine über die Ebene hinweg das Meer, die Adria, sehen.

Manche Olivenbäume stehen hier schon mehr als 1.000 Jahre. Mich fasziniert immer wieder ihre knorrige Gestalt. Das Alter formt diese Bäume zu echten Individuen. Die alten stehen wie Skulpturen in einem Park. Auch die Mauern um die Plantagen dürften Jahrhunderte alt sein. 

Die neueren Bäume werden recht eng aneinander gepflanzt, weil sie maschinell abgeerntet werden. Sie werden wohl nie das Format der früheren Generationen erreichen.

Am späten Nachmittag gehe ich in der normannischen Burg in eine Doppelausstellung von Giorgio de Chirico und Marino Marini, den ich bisher nicht kannte. Was vielleicht daran liegt, dass er wohl nur Pferdebilder malte, zumindest hingen nur solche in der Ausstellung. 

Das bekannteste Werk Giorgio de Chiricos in der Hamburger Kunsthalle ist La matinée angoissante“  oder „Der beängstigende Vormittag“ von 1912. Es zeigt einen leeren Platz, harte Schatten, rätselhafte Architektur. Es könnte die Szene für ein Duell in einem Western oder der von den abgereisten Feriengästen verlassene Platz eines Küstendorfes sein. Diese ambivalenten Gefühle kommen auch von den Lithographien herüber, aber weniger stark als von dem Hamburger Ölgemälde. 

De Chirico zeigt hier einen angreifenden Gladiator nicht vom Rang aus, sondern er stellt uns gewissermaßen als Beteiligte ihm gegenüber in die Arena. 

Die Ausstellung war ein angenehmer Kontrast zu den barocken Putten und den vielen weißen Treppen und obendrein eine Gelegenheit, die Burg von innen zu sehen.

Hier noch ein paar Impressionen von den Farben, die Apulien schmücken.

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