
Um 9:00 Uhr schloss ich die Tür der Unterkunft hinter mir und ging über den Parkplatz zur Fähre nach Villa San Giovanni. Von der Anlegestelle dort bis zum Bahnhof sind es kaum mehr als einen Kilometer, in fünfzehn Minuten bequem zu schaffen. Der erste Zug brachte mich in eineinhalb Stunden nach Amantea, wo ich einen kurzen Aufenthalt hatte, bevor ich weitere vier Stunden in der sehr bequemen Ersten Klasse verbrachte und um 16:13 Bari erreichte. Zweimal musste der Zug jeweils zehn Minuten warten, um am Ende pünktlich in Bari anzukommen! So etwas habe ich bisher nur selten erlebt.


Auf der Strecke von Villa San Giovanni nach Bari sauste der Zug mit 150 km/h zunächst dicht an der Küste entlang, wo helle Strände und das flache, fast metallisch schimmernde Tyrrhenische Meer vorbeizogen. Weiter im Landesinneren breiteten sich endlose Plantagen aus – Zitrusfrüchte, Mandarinen, Olivenhaine, später Feigenkakteen und Weinreben, die wie Muster über die Hügel gelegt sind. Dazwischen leuchteten jetzt im April die weiß blühenden Mandel- und Kirschbäume. In der Ferne erhoben sich die schneebedeckten Gipfel des Aspromonte und später des Pollino-Massivs, ein kühler Kontrast zur warmen südlichen Landschaft.

Vom Bahnhof Bari Centrale zur Unterkunft im achten Obergeschoss mit riesiger Dachterrasse ist es genau so weit, wie eine vierspurige Straße breit ist.
Da ich weder Frühstück noch Mittag hatte, stellte ich nur mein Gepäck ab und ging etwa tausend Meter durch die Hauptgeschäftsstraße, eine Fußgängerzone, in Richtung Altstadt. In der „neuen“ Stadt stehen schöne Häuser, vielleicht 150 Jahre alt, neben modernen Gebäuden, in einer erstaunlich geschmackvollen Mischung.

In die Altstadt habe ich mich schockverliebt. Enge Gassen wie in Genua, aber chic renoviert wie in Turin. Man spürt der Stadt an, dass sie Bezirkshauptstadt von Apulien ist – hier fließt das Geld zusammen, und hier wird es auch ausgegeben.
Ich flanierte ein wenig, bis mich der Appetit überkam und ich in einem der zahlreichen Restaurants Platz nahm. Das Essen war großartig, und das Gespräch mit dem Pärchen am Nebentisch sehr unterhaltsam.



Und natürlich gibt es mittendrin einen Dom.


In der Altstadt gibt es viele belebte Gassen mit Restaurants und kleinen Geschäften. Biegt man jedoch einmal nach links oder rechts ab, steht man plötzlich auf einem stillen kleinen Platz zwischen Wohnhäusern oder in einer schmalen Gasse, in der die Blumentöpfe der Anwohner einfach auf der Straße stehen. Dieser Wechsel zwischen Trubel und Intimität macht den besonderen Zauber von Bari Vecchia aus. ich freue mich schon auf morgen, mehr zu entdecken.
Der Corso Cavour abends um 20 Uhr, belebt wie bei uns die Mönckebergstraße zu Beginn des Sommerschlussverkaufes.
