07.03.2026 Genau – Palermo

Ich schlief ganz wunderbar wie Jonas im Bauch des Wales. Eine ganz leichte Dünung wiegte mich im Bett, das leise sonore Brummen des Motors und das schwache Rauschen der Klimaanlage trugen mich in einen tiefen Schlaf.

Und hier ein Blick durch eine Passage im Inneren des Wales:

Zum Frühstück gab es die mitgebrachten Schokobisquits und Kefir, später dann einen Cappuccino. Leider ist das Wetter nicht so, dass man draußen auf dem Deck sitzen mag. Deshalb blieb ich in meiner Kajüte und stellte die vorerst letzten Korrekturen an den Fußnoten fertig. Damit ist ein weiterer Schritt in Richtung Buch getan. Es sind aber noch einige auf den letzten hundert Metern zu gehen. Ich staune immer wieder, wie viel langweilige Arbeit mit der Produktion verbunden ist.

Zum Mittagessen ging ich ins Restaurant. Über den etwas sonderbaren Service will ich nicht berichten, sehr wohl aber über meinen Tischnachbarn Jochen, der sich ebenso wunderte und lachte. Kurz entschlossen setzten wir uns zusammen und hatten ein sehr unterhaltsames Gespräch.

Ich glaube, ich bin ein Beeinflusser! Warum? Ich habe nach meiner letzten Fährfahrt von Palermo nach Genua hier im Internetz notiert, dass das Essen sehr schlecht sei. Es könnte sein, dass die richtigen Entscheider das gelesen haben, denn das Essen war diesmal lecker und seinen Preis wert. Nur der Service 😉

Ein Blick auf die Umgebung…

Gegen 18 Uhr kam der Aufruf, die Kajüten langsam zu räumen, damit sie für die nächsten Gäste bereit gemacht werden können. Tatsächlich verließ ich um 19 Uhr das Schiff und checkte um 19:15 bereits im Hotel ein – mit Blick auf das Schiff, das immer noch Autos ausspuckte wie der Wal Jonas. Im siebten Stock des Hotels, mit einem schönen Blick auf den emsigen Hafen, sitze ich und schreibe noch das Tagebuch. Das Hotel habe ich gebucht, sobald wir wieder Mobilfunkempfang hatten – noch von See aus. Toll, das so etwas technisch möglich ist.

Die letzten Trucks sind noch immer nicht von Bord gerollt.

Ich freue mich darauf, morgen meinen ersten Tag auf Sizilien in Palermo zu erleben.

Nachklapp: Als ein an Philosophie interessierter Mensch soll ich alles in Frage stellen. Also frage ich mich heute – unter der Prämisse, dass Zeit Geld ist – ganz ernsthaft, ob es nicht folgerichtig wäre, für den Zeitgewinn durch eine verfrühte Ankunft eine Prämie zu verlangen. Das Schiff war heute zwei Stunden früher im Hafen: ein Geschenk an meine Lebenszeit, das eigentlich vergütet werden müsste.

Und umgekehrt: Müsste man bei Verspätung nicht eine Nutzungsgebühr erheben, weil man den Zug oder das Schiff länger in Anspruch nimmt als vorgesehen? Wenn Zeit wirklich Geld ist, dann wäre das nur konsequent.

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